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Sternehotels

Die Unterschiede bei Hotels stehen in den Sternen: Fünf sind besser als drei. Man spürt die Differenz nicht nur auf der Rechnung beim Auschecken, sondern man hat – hoffentlich! – auch die Annehmlichkeiten der Sterneklasse genossen.
Jakob Ehrhardt

Sterne als Orientierungshilfe für die Wahl einer Unterkunft gab es schon im Spätmittelalter. In den „Statuti dell’arte degli Albergatori della Città e Contado di Firenze“ wurden bereits Sterne als kommerzielles Kategorisierungsmerkmal für Beherbergungsbetriebe erwähnt. Die Stadt hatte ihren Gastwirten Mindeststandards im Umgang mit den Gästen vorgeschrieben. Und zugleich die Verwendung eines zinnoberroten, achtzackigen Sterns als Zunftzeichen verordnet.

In der Neuzeit war es der legendäre Karl Baedeker, der 1853 erstmals Sterne für Erwähnenswertes in seinen Reiseführern vergab. Was die Sterne Baedekers und jene der heutigen Klassifizierungen vom mittelalterlichen Florenz unterscheidet, ist der Charakter der Freiwilligkeit. Hierzulande kann man, muss sich aber nicht bewerten lassen. In anderen Ländern Europas – vor allem im Süden – ist hingegen die Klassifizierung Pflicht. Was noch lange nicht bedeutet, dass vorgeschriebene Sterne gleichwertig mit freiwillig erarbeiteten sind. Vielreisende wissen aus Erfahrung, dass die Sterne von heute kritisch gewürdigt werden wollen und ein Fünf-Sterne-Hotel am Strand von St. Irgendwo hierorts vielleicht gerade einmal vier Sterne erhalten könnte.

Der internationale Weg zu den Sternen

Im Interesse der Vergleichbarkeit haben sich Bewertungssysteme herauskristallisiert wie die Sterneklassifizierung der Hotelstars Union (HSU), die zum Beispiel von der internationalen Reiseplattform Tripadvisor genutzt wird. Damit erschließt sich der Überblick auf rund 22.000 erfasste Beherbergungsbetriebe in 18 europäischen Ländern. In Österreich checkt im Auftrag der HSU eine Kommission der Fachgruppen Hotellerie der WKO anhand eines ausführlichen Kriterienkatalogs, welche Sterne ein Haus führen darf. Neuzugang bei der HSU ist die Ukraine, wo im Dezember 2022 die Hoteliers des Landes eingeladen wurden, die Qualifizierung ihrer Häuser in die Wege zu leiten.

Dazu Markus Luthe von der Hotelstars Union: „Es ist gerade jetzt an der Zeit, ein Zeichen für die Friedenskraft des Tourismus zu setzen und – bildlich gesprochen – helle Sterne in dunkler Nacht für unsere ukrainischen Kolleginnen und Kollegen greifbar werden zu lassen.“ Die Präsidentin des ukrainischen Hotel- und Resortverbands UHRA, Irina Sidletska, ergänzt: „Wir werden mit den europäischen Standards der Hotelstars Union eine Brücke in unser wunderschönes Land und zu seinen mutigen Menschen bauen.“

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Hier lässt man sich gern die Sachertorte aufs Zimmer servieren.