Aktuelles Leben Spiritualität

2017 — das wird mein Jahr

Anregungen und Gedanken zu einem bewusst gestalteten Leben.
Jakob Ehrhardt

Wir können das seit der ersten Lebensminute: unterscheiden, ob wir uns wohlfühlen oder nicht. Damals haben wir geschrien, wenn wir uns nicht wohlgefühlt haben, und wurden gefüttert, gewiegt, gesäubert, bis alles „in trockenen Tüchern“ war. Mit den Jahren haben wir gelernt, selbst für unser Wohlgefühl zu sorgen. Mehr oder weniger … wir haben es ja immer noch ganz gern, wenn sich jemand liebevoll um uns kümmert. Leider haben viele auch gelernt, die Achtsamkeit für ihr Wohlgefühl zurückzunehmen. Oft liegt dem ein Missverständnis zugrunde. Es hat nichts mit Verweichlichung zu tun, sich den direkten Kontakt zur eigenen Befindlichkeit zu bewahren. Solche Sensibilität in eigener Sache darf nicht mit Wehleidigkeit verwechselt werden. Wohlgefühl lässt sich auch nicht erkaufen. Wellness kann eine wunderbare Sache sein – Wohlgefühl ist etwas anderes. Wohlgefühl ist (wie ziemlich alle Gefühle) schwer zu beschreiben. Es ist ein gelassenes In-sich-Ruhen, das Gefühl einer innigen Verbundenheit mit dem Leben, das tiefe Wissen: Es ist gut. Das können Augenblicke sein, die das bewusst machen.

Das ist vor allem aber auch die Grundströmung, auf der unser Leben im Fluss ist oder dahinstolpert, gelingt oder Ehrenrunden dreht. In Zeiten, in denen wir spüren, dass unser Abstand zum Wohlgefühl größer wird, dass es uns abhanden kommen könnte, ist es geboten, dass wir uns Fragen stellen. Was steht unserem Wohlgefühl im Weg? Was können wir tun, um die guten Beziehungen zwischen uns und der Welt wieder zu beleben? Was nährt das Wohlgefühl? Ein paar Aspekte wollen wir in diesem Heft behandeln – als Impulse, selbst darüber nachzudenken. An die eigenen Wurzeln zu gehen. Zu überprüfen, was das persönliche Wohlgefühl nährt und was es gefährden könnte. Es vertrauensvoll heranzuziehen, wenn es um Entscheidungen geht. Neben all den rationalen Argumenten auf unseren Pro & Contra-Listen macht es immer Sinn zu fragen: Wenn ich mich so oder so entscheide … wie werde ich mich mit dieser Entscheidung fühlen? Mit welcher Entscheidung werde ich mich eher wohlfühlen? In der aktuellen Ausgabe der VORFREUDE sprüren wir ihm nach, dem ewigen Balanceakt zwischen Wollen und Können.